Historische Nachstellungen

Algodonales, den 2. Mai 1810Empfohlen

Kikos Familie stammt aus Algodonales, einem Dorf in der Provinz Cádiz. Jedes Jahr fahren wir dorthin, wenn die historische Nachstellung des 2. Mai 1810 („Recreación Histórica Algodonales 2 de Mayo“) stattfindet. An diesem Tag lehnten sich nämlich die Dorfbewohner gegen die Soldaten der Truppen Napoleons auf.

Aber was machten die napoleonischen Truppen eigentlich dort ? Warum bot ihnen dieses Dorf die Stirn ? Wann und Wie ?

Um diese Fragen beantworten zu können, müssen wir zunächst einmal die Hauptfiguren kennenlernen und von Beginn an erzählen.

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Antonio Lizana

Anfang Oktober letzten Jahres besuchten wir das „Sierrasur Ecofestival“ in dem Ort Zahara de la Sierra (Provinz Cádiz). Es war die zweite Ausgabe dieses Festivals und wir hatten sehr gute Kritiken aus dem Vorjahr gelesen. Also wollten wir dieses Mal unbedingt hin.

Zahara de la Sierra ist ein wunderschönes Dorf in Inland der Provinz Cádiz und der Veranstaltungsort, ein in der Nähe liegendes Naherholungsgebiet mit viel Grün und einem Stausee, der ideale Platz um gute Musik zu genießen.

Angezogen wurden wir zunächst einmal von bekannten Stars wie Celtas Cortos, Fuel Fandango, Miguel Campello und Chambao. Positiv überrascht wurden wir dann aber von  anderen Musikern, die auf dem Festival spielten.

Einer davon ist Antonio Lizana. Ich muss leider zugeben, dass ich noch nie vorher weder von ihm noch von seiner Musik gehört hatte. Nach seiner Vorstellung auf der Bühne waren Olga und ich aber begeistert.

Er hat eine ganz eigentümliche Stimme und er kann sowohl „Bulerías“ singen, wie auch wunderbaren Flamenco-Jazz auf seinem Saxophon spielen. Antonio Lizana stammt aus San Fernando, einem Küstenort in der Bucht von Cádiz. Aus dieser Ecke, die liebevoll „La Isla“ (=die Insel) genannt wird, stammen viele Flamenco-Künstler. Die Flamenco-Kunst liegt den Einwohner also gewissermaßen im Erbgut.

Wie dem auch sei, Antonio ist ein echter „Flamenco“, aber auf moderne Art. Ausserdem spielt er einige Stücke, die kritisch mit dem aktuellen Zeitgeschehen sind, wie z.B. „Fronteras“ (=Grenzen).

Für uns war es eine Entdeckung und wir hoffen ihn bald vieder live erleben zu können.

Hier ein Video mit einem Stück, das ihn sehr gut darstellt:

Die ofizielle Website von Antonio Lizana findet Ihr hier.

Falls Ihr Lust habt beim diesjährigen Sierra Sur Ecofestival dabei zu sein, könnt Ihr hier weitere Infos finden.

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Feste und Traditionen

Karwoche in Loja (Granada)


Wir wollten an Ostern etwas eigentümliches, besonderes, einfach etwas anderes sehen, das wir bisher nicht kannten. Also recherchierten wir im Internet und stießen auf die Karwoche in Loja, in der Provinz Granada. Die Infos, die wir im Netz fanden,  machten uns sehr neugierig, was wir aber dann vor Ort erlebten, ließ uns mit offenem Munde dastehen.

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Burgen und Festungen

Die Burg „Castillo de la Estrella“ in Teba

Wenn wir Euch erzählen, dass ein Heer von tapferen schottischen Rittern an der Eroberung der Burg „Castillo de la Estrella“ in Teba (Málaga) teilnahm und dass der Anführer dieser Armee das einbalsamierte Herz von König Robert I. von Schottland (Robert the Bruce) bei sich trug, werdet Ihr Euch sicherlich fragen: Was machten diese Ritter hier so weit entfernt von ihrer Heimat ? Weshalb hatten sie das Herz ihres Königs bei sich und was war der Grund an dieser Schlacht an der Einnahme einer Burg, die sie von nichts kannten, teilzunehmen ?

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Leckeres aus Andalusien

Osterbacken mit Familie

Die Fastenzeit hat begonnen und in den Konditoreien kann man schon das traditionelle Ostergebäck kaufen. Typisch für Spanien sind „Pestiños“, „Torrijas“, „Rosquitos“, etc. Alles leckere Sachen, die uns beim Vorbeilaufen das Wasser im Munde zergehen lassen und deren Genuss man nicht widerstehen kann. Diese Leckerbissen schmecken natürlich besser, wenn sie hausgemacht sind und im Beisein der Familie.

Daher wollen wir Euch heute ein typisches Rezept aus Algodonales, Kikos Dorf, und aus Ubrique (beide in der Provinz Cádiz) vorstellen: „Gañotes“.

Zutaten:

  • 12 Eier
  • 1 Kg Zucker
  • 1 Kg – 2 Kg Mehl
  • 1 oder 2 Zimtstangen
  • 100 g Sesam
  • 3 oder 4 Zitronen
  • Olivenöl
  • Sonnenblumenöl zum Fritieren
  • trockene Pfahlrohrstangen

Ja, Ihr habt richtig gehört, Pfahlrohrstangen. Sie helfen uns diesem Gebäck die kuriose Form zu geben.

Falls Ihr keine Pfahlrohrstangen zur Hand habt, könnt Ihr auch schmale Metallrohre benutzen.

Zubereitung:

  1. Vorsichtig wird das Ende eines der Eier zerstochen und der Inhalt geleert. Diese Eierschale stellt die Maßeinheit für das Olivenöl dar.
  2. Wir nehmen nun die leere Eierschale, füllen sie sechs mal mit Olivenöl (eine Eierschale pro 2 Eier) und geben es in eine Pfanne. Dort frittieren wir nun eine Zitronenschale. Danach lassen wir das Öl abkühlen.
  3. Wir nehmen nun die restlichen Eier, trennen das Eigelb vom Eiweiß und verrühren beides getrennt voneinander. Danach vermischen wir alles. Durch das getrennte Verrühren erhalten wir einen schönen, schwammigen Teig. Benutzt eine große Schale, denn später geben wir die restlichen Zutaten dazu.
  4. In einer anderen kleinen Pfanne rösten wir den Zimt und den Sesam. Wenn sie geröstet sind, wird das Ganze dann fein gemahlen. Dann stellen wir das so erhaltene Pulver kurz zur Seite.
  5. Wir reiben nun die Schalen der drei Zitronen und geben es zu den gerührten Eiern. Dann geben wir das Pulver, das wir aus Zimt und Sesam erhalten haben und das warme gesiebte Öl dazu. Dann wird alles mit Mehl von Hand zu einem Teig geknetet.
  6. Wenn wir sehen, dass der Teig fest wird, legen wir ihn auf eine große, glatte und sehr sauber Oberfläche. Wir kneten weiter und fügen Mehl hinzu bis der Teig keines mehr annimmt. Wenn der Teig nicht mehr in den Händen kleben bleibt, dann ist er soweit. Wir lassen ihn nun ein wenig ruhen.
  7. Wir nehmen nun einen tiefen Frittiertopf und geben in das siedende Sonnenblumenöl eine Zitronenschale. Damit wird der Geschmack des Öls neutralisiert.
  8. Nun kommen wir zum Teil der Zubereitung, der am meisten Spaß macht: Wir geben dem Gebäck die eigenartige Spiralform. Wir nehmen ein wenig Teig und rollen ihn zu einer langen, schmalen Schnur. Jetzt wickeln wir diese Teigschnur um den Pfahlrohr und formen sie zu einer Spirale.
  9. Jetzt frittieren wir die Spirale zusammen mit dem Phahlrohr. Wenn die Spirale goldbraun wird, können wir vorsichtig das Pfahlrohr herausziehen. Wir lassen sie im siedenden Öl bis sie dunkelbraun sind.

Hier nun eine Anleitung in Form einer Bildergalerie:

Das Schöne an dieser Art von  Gebäck ist nicht nur der Genuss, etwas selbst gemachtes naschen zu können. Wirklich toll ist es, im Zusammensein mit der Familie zu backen, zu lachen und zu quatschen. Es geht darum,  die Zeit miteinander zu verbringen, so wie früher als es kein Fernsehen, keine Mobiltelefone und Tablets gab.

Glaubt uns!  Man sollte soviel Zeit wie möglich mit Verwandten und Freunden verbringen und sie nutzen um zu reden, lachen, sich Geheimnisse zu beichten, etc.  Damit bringen wir ein wenig Ruhe in den Alltagsstress und können uns von unserem sonst eher hektischen Leben ein wenig erholen. Man weiß nie wie lange man noch zusammen sein wird.

Dieses Rezept wurde übrigens mit viel Liebe und Sorgfalt von Kikos Tanten, Luisa und Concha, zubereitet. Mitgemacht haben aber noch zahlreiche andere Verwandte. Wir haben einen tollen Tag zusammen verbracht und werden ihn immer in Erinnerung behalten. Vielen Dank !

Und? Läuft Euch schon das Wasser im Munde zusammen? Wollt Ihr gleich loslegen und „Gañotes“ backen? Habt Ihr vielleicht ein anderes Rezept? Ihr könnt gerne Eure Kommentare abgeben und Eure Erfahrung und vielleicht auch Bilder mit uns teilen. Wir freuen uns schon darauf.

Vielen Dank für Eure Zeit. Bis bald!

Tips:

  • Rollt den Teig um eines der Rohrenden. Das Gewicht hält den Teig im siedenden Öl, während das andere Ende herausschaut und so einfacher zu greifen ist.
  • Wir haben einen Gasherd benutzt. Man kann auch Glaskeramik benutzen, das Frittieren dauert aber viel länger.
  • In netter Gesellschaft backen und sich viel Zeit lassen.
  • Die Dorfältesten sagen, dass die Männer die Pfahlrohre niemals bei Vollmond schneiden sollte. Auch nicht, wenn sie grün sind. Scheinbar kann dies zu Entzündungen in den Fortpflanzungsorganen führen. Wir warnen vorsichtshalber.
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Botanische Gärten

Zwischen Kakteen und Sukkulenten

In meiner Familie mögen wir Pflanzen über alles. Vor allem mein Vater ist ein absoluter Pflanzenliebhaber. Wenn Ihr unser Haus, das meiner Eltern oder Schwiegereltern oder das meiner Omas besuchen könntet, würdet Ihr schnell bemerken, wie sehr wir Pflanzen mögen. Sie sind in unser Heim im wahrsten Sinne des Wortes eingefallen und obwohl wir immer mit Überzeugung und Willensstärke sagen „Jetzt passt wirklich keine einzige Pflanze mehr bei uns hinein“, wir finden immer eine kleine Ecke, wo man doch noch ein Pflänzchen aufstellen kann.

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Burgen und Festungen

Tag 1: Alcaudete – Alcalá la Real

Versprochen ist versprochen! Hier also nun unser erster Beitrag über unseren Abstecher in die Provinz Jaén auf der Route der Burgen und Schlachten. Verzeiht bitte, die Verspätung, aber wie Ihr sicherlich wisst, arbeiten wir beide und wir hatten in diesen letzten Monaten sehr viel zu tun. Außerdem war es uns nicht ganz klar, wie wir die Posts verfassen und wie wir Euch alles erzählen sollten. Aber nun gut, jetzt ist es vollbracht.

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Burgen und Festungen

Die Burg von Alcaudete

Hoch oben, auf einem Hügel, von dem aus man die gesamte Stadt übersehen kann, erhebt sich die Burg von Alcaudete. Unsere Führung, María José, eine junge und sehr nette junge Dame, heißt uns willkommen und lädt uns in die Burganlagen. Als wir im Innern der Festung sind, erklärt sie uns, dass die Burg drei wichtige Etappen durchgemacht hat:

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Burgen und Festungen

Die Festung von Alcalá la Real

Die Festung von Alcalá la Real („Fortaleza de la Mota“) liegt auf einem Hügel in einer Höhe von 1.033 m. Um hinauf zu gelangen, muss man also erst einmal einige Steigungen überwinden. Die Stadt stellte einen strategisch wichtigen Punkt an der Grenze zwischen dem Königreich Kastilien und dem Königreich Granada dar und war somit gezwungenermaßen Durchfahrtsweg, wenn man von der Küste ins Landesinnere wollte. Sie hieß auch „Qal´at Banu Said“ oder Festung von Benzayde in den Jahren zwischen 713 und 1341. In diesem Jahr nämlich wird die befestigte Stadt von Alfonso XI von Kastilien eingenommen und erhält den Titel „Real“ (königlich). 150 Jahre lang gilt sie jetzt als „Schlüssel, Wächter und Verteidiger der Königreiche von Kastilien“.

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Ahora! (Jetzt !) – Dry Martina

In der diesjährigen Januar-Februar-Ausgabe der Zeitschrift „Zoom“ wurde ein Interview dieser Band aus Málaga veröffentlicht. „Dry Martina“ sind Laura Insausti (Gesang und Komposition), Rafa Insausti (Gitarre, Chor und Komposition), Eric Pozzo (Bass, Chor), Jaime Fernández (Posaune und Chor) und Stefano Tomaselli (Saxophon). Wir hatten bisher noch nie etwas von dieser Gruppe gehört.

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Burgen und Festungen

Die Route der Burgen und Schlachten in Jaén

Die Meisten, die schon einmal in Andalusien waren, haben mit großer Sicherheit die Städte Córdoba, Granada, Málaga und Sevilla besucht. Sicherlich hat derjenige dann die Moschee in Córdoba besichtigt, die Alhambra in Granada bestaunt, an den Stränden in der Provinz Málaga in der Sonne gelegen und bei dieser Gelegenheit noch etwas für die Kultur getan und in das Picasso-Museum gegangen und die Kathedrale und die Giralda in Sevilla besucht.

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